Die Stellung wurde immer wichtiger und wurde mit den Einwohnern Riminis, dessen Territorium von ihm verteidigt wurde, verbündet und gerade deshalb wurde das Schloß von Longiano im Jahre 1198 fast vollkommen zerstört. Daraufhin, durch die Hilfe der Einwohner Riminis, mit denen im Jahre 1199 ein Schwur des Vertrauens und gegenseitiger Hilfe abgewickelt wurde, wurde das Schloß wiederaufgebaut und verstärkt, so daß im Jahre 1216 die Angreifer aus Cesena abgewehrt und auf dem nahen Berg der Niederlage besiegt wurden. Nachdem Rimini unter die Herrschaft der Malatesta fiel, folgte auch Longiano diesem Schicksal und Giovanni, der Sohn der Malatesta, „lo Zoppo“ („Der Humpelnde“) genannt, wurde im Jahre 1290 der erste Herrscher von Longiano. Im Jahre 1297 zündeten die Einwohner Cesenas, vereint mit jenen aus Forlì, Faenza und Imola das Dorf Longiano an, im Bereich des Tores der Brücke, der Dorfteil, der den Namen verbranntes Viertel behalten hat; nachdem die Malatesta neue Basteien dazugefügt hatten und die Burg, welche noch heute sichtbar ist, zur höheren Verfestigung des Schloßes vergrößt hatten. Vom 1290 bis zum Jahre 1463 war das Schloß folglich im Besitz der Malatesta; vom 1463 bis zum 1519 gehörte es dem Kirchenstaat und wurde durch dieVikar regiert. Im Jahre 1503 besetzen die Truppen von Cesare Borgia das Dorf und verbrennen das Gemeindearchiv, da die Bevölkerung Longianos die Herrschaft des „neuen Herrn der Romagna“ ablehnen. Nach 4 Jahren venezianischer Herrschaft (Zeichen aus jener Zeit bleibt die Wasserwanne im Schloßhof) gewährt Leone der X. am 16 Settembre 1519 in immerwährender Feudalherrschaft Longiano dem Graf Guido Rangone aus Modena, bereits Generalratgeber des Königs von Frankreich Francesco der 1., im Krieg gegen den Herrscher Karl den V., Herr der Waffen aber auch Beschützer der Künstler und Literaten. Im Jahre 1581 kam dieses Territorium wiederum in den Besitz des Kirchenstaates bis der General Bonaparte im 1790 mit den französischen Truppen die Romagna besetzt und sie bis ins Jahre 1814 beherrscht. Nach der Einigung Italiens in den Jahren 1862- 63 wird das Innere des Schloßes vollkommen restrukturiert und die malerische Dekoration des Saales Arengo und der anliegenden Säle durch die Maler Giovanni Canepa und Girolamo Bellani wird begonnen. Auf dem Deckenboden dieser Säle sind bekannte Persönlichkeiten aus der Geschichte Longianos abgebildet. Während der letzten Weltkrise wurde Longiano Festungspunkt der gotischen Linie und erfuhr gewaltige Bombardierungen, welche schwere Schäden hinterließen, vor allem am Wahlfahrtsort des Kreuzes und der historischen Bibliothek. |